Bergbau im Antiken Ägypten

Sieht man die zahlreichen Monumente in Ägypten, die alle Zeitzeugen der Historie sind, ist man zunächst so beeindruckt, dass man sich keine Gedanken um das „Woher“ oder „Womit“ macht, bestenfalls darüber, wie die alten Ägypter diese monströsen Bauten errichten konnten. Wie entstanden die Pyramiden? Wie wurden die Steinblöcke von den Steinbrüchen zu den Baustellen transportiert? Wie wurden die Felsblöcke jeweils auf die oberste Reihe der Pyramiden gesetzt, per Rampe oder per antikem Aufzug?

Es gibt aber noch andere Fragen zu beantworten. Neben den, teils heftigen, Spekulationen der Wissenschaftler, wo welcher Pharao beigesetzt wurde oder wie das Leben eines Pharaos und des ägyptischen Volkes aussah, fragt man sich spätestens seit der Entdeckung des Grabes von Tutanchamun im Jahr 1922, wie die brillant gearbeitete Totenmaske des Kindkönigs gefertigt wurde und woher das Gold für die Maske kam.

Vor einigen Jahren fanden die Archäologen und Wissenschaftler heraus, dass Bergbau bereits 3100 v. Chr., also schon im Zeitalter der Pharaonen, sehr interessant war. Entgegen der Meinung, die bis dahin galt, Pharaonen wären nur an der fruchtbaren Nilebene und ein paar wenigen Oasen in der Wüst interessiert gewesen, fand man regelrechte Goldwaschstellen. Das Erstaunliche dabei war, dass sich diese Fundstellen kilometerweit von Wasser entfernt befanden.

Wie wurde die logistische Frage für den Wassertransport gelöst. Schließlich brauchte man nicht zum Gold waschen das wertvolle Nass, sondern auch zur Versorgung der Arbeiter, die nach dem Gold schürften. Mittlerweile kennt man etwa 700 Bergbaustellen, an den nach Gold geschürft wurde. Belegt wird das Ganze durch das Turiner Minenpapyrus. Hierbei handelt es sich um eine von Pharao Sethos I. um 1300 v. Chr. in Auftrag gegebene Karte, die die Goldgruben im Wadi Sid aufzeigt. Gold wurde seinerzeit hauptsächlich in südlichen und östlichen Wüstengebieten abgebaut.

Doch nicht nur Gold war für die antiken Ägypter von großer Bedeutung, das Interesse an der Kupfergewinnung fand schon bald nach der Entdeckung der Goldminen zunehmendes Interesse bei den Herrschern des Antiken Ägypten. Die Gewinnung des Edelmetalls fand hauptsächlich im Sinai in Erdsteinbergbauten statt. Nach weiteren Erkenntnissen wurden auch Türkise und Smaragde auf dem Sinai gefunden, die nach und nach abgebaut wurden. Die Pharaonen verwendeten sie zur Herstellung von Schmuck, zur Verzierung von Totenmasken und zur Verschönerung ihrer Tempeleinrichtungen. Die Frage, woher man das Material zur Herstellung der Totenmaske des Tutanchamun herkam, dürfte somit hinlänglich geklärt sein.

Zwischen Hurghada und Luxor, Suez und Sharm el Sheikh und in der Wüste östlich des Nils fand man die schönsten Edelsteine und wertvollsten Metalle, die das Antike Ägypten unter anderem so reich machten. Die Insel Seberged mitten im Roten Meer war Jahrhunderte lang Standort für den Abbau von verschleifbaren Peridotkristallen, den sogenannten Olivin. Diese wasserlose Insel war im Antiken Ägypten als „Topazios“ bekannt und wurde bereits von den Pharaonen der Spätzeit ausgebeutet.

Written by sabine on June 28th, 2007 with no comments.
Read more articles on Uncategorized.

Related articles

No comments

There are still no comments on this article.

Leave your comment...

If you want to leave your comment on this article, simply fill out the next form:




*
To prove you're a person (not a spam script), type the security word shown in the picture.
Anti-Spam Image

You can use these XHTML tags: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong> .